▷ Kindersitz Test 2017 – Kindersitze vergleichen

Der zweite Kindersitztest des Jahres 2017 untersuchte 16 aktuelle Modelle der Kategorien Autokindersitze bis 13 kg (Gruppe 0,0+), 9 bis 18 kg (Gruppe I), 15 bis 36 kg (Gruppe II, III), 1 bis 36 kg (Gruppe I, II, III). Neben dem Schadstoffgehalt wurde auch die Handhabung, Verarbeitung, Sicherheit und Ergonomie getestet. Von den 16 geprüften Kindersitzen aus unserem Vergleich fielen jedoch 2 Sitze durch den Test. Der ADAC erteilte für die Sitze Recaro Optia (9 – 18 kg) und Grand-Sitz von Jané (9 – 36 kg) eine Kaufwarnung, da beide Sitze während des Aufpralls aus der Halterung gerissen wurden und durch den Innenraum des Autos flogen. Die Dummies erlitten auf Grund von Problemen mit der Isofixverbindung erhebliche Schäden. Alle sich im Verkauf befindenden Sitze entsprechen den Gesetzen und Normen. Sie verfügen über eine erteilte Zulassung. Es gilt zu beachten, dass die Verbraucherschutzorganisationen einen weitaus höheren Teststandard an den Tag legen. Positiv zu bewerten ist die unverzügliche Rücknahme der Kindersitze durch die 2 mit mangelhaft bewerteten Hersteller Recaro und Jane. Recaro bot seinen Kunden einen sofortigen Umtausch inklusive Erstattung des Kaufpreises an. Jane veranlasste immerhin einen Stopp der Auslieferung.

Getestet wird im Kindersitz Test von ADAC und Stiftung Warentest mit einem VW Golf VI, der bei einer Geschwindigkeit von 64 km/h durch einen Frontalaufprall gestoppt wird. Der Seitenaufprall wird mit einem Tempo von 50 km/h durchgeführt. Es besteht die Möglichkeit, dass die Hersteller der Kindersitze durch das Verwenden eines anderen Testautos optimale Ergebnisse erreichten. Nicht jeder Sitz verhält sich in jedem Auto gleich. Eltern sollten daher stets mit ihrem Kleinkind verschiedene Modelle auf Passgenauigkeit und Komfort prüfen. Zu beachten gilt vor allem bei Kleinkindern, dass die Sicherheit größer ist, wenn Eltern den Kindersitz entgegen der Fahrrichtung befestigen. Der Frontalcrash wird hier bei Kleinkindern bis 2 Jahre und 9 kg so signifikant verringert. Modelle der Zulassung UN ECE Reg. 44 und UN ECE Reg. 129 unterliegen der Kategorie Reboarder und dürfen keinesfalls in Fahrtrichtung ausgerichtet werden.

Achten Sie bei der Befestigung auf:

  1. einen stabilen und standsicheren Einbau
  2. darauf, dass der Sicherheitsgurt nicht einschneidet
  3. einen ausreichend langen Gurt
  4. Sitzerhöher nicht das Aufrollen des Gurtes behindern

Stiftung Warentest und der ADAC stellten bei den Kindersitzen iZi Go Modular Modellen einen schwerwiegenden Mangel fest. Entdeckt wurde das Flammenschutzmittel TCPP, welches unter dem Verdacht steht krebserregend zu sein. Grundsätzlich wurden Modelle der i-Size-Norm ECE R 129, bei denen das Augenmerk auf der Körpergröße liegt und die ECE R 44 zugelassen Kindersitze, bei denen das Augenmerk auf dem Gewicht liegt getestet. Verblüffend ist, dass teuer nicht automatisch ein hohes Maß an Sicherheit und Schutz vor einem Frontalaufprall bietet. Die teuren Sitze, wie der 1 Elite, welcher für 700 Euro zu haben ist, so wie der Recaro Zero dessen Preis bei 500 Euro liegt mussten sich den vergleichsweise günstigen Modellen wie dem Cybex Solution m-fix mit Isofix, der bereits ab 140€ zu haben ist in Punkto Verarbeitung, Ergonomie, Schadstoffe, Bedienung und Verarbeitung im Gesamtergebnis geschlagen geben.

Eltern sollten bei der Anschaffung nicht zwangsläufig einen Sitz der Testkategorie Kindersitze 1 bis 36 kg (Gruppe I, II, III) verwenden. Nur ein Modell konnte im Kindersitz Test 2017 hier die Testnote mangelhaft erreichen. Es handelt sich um den Graco Mailstone. Doch vor allem beim Frontalaufprall konnte dieser nicht überzeugen, da er im Falle eines Aufpralls instabil wird und nicht wie empfohlen entgegen der Fahrtrichtung befestigt werden kann.

 

Test Kindersitze bis 13 kg, Gruppe 0,0+

 Modell im Test ab 2015

 ADAC Testurteil

 Sicherheit

 Gruppe

 Stokke iZi Go Modular i-Size

 gut

 sehr gut

 bis 13 kg (Gruppe 0,0+)

 Besafe iZi Go Modular i-Size

 gut

  sehr gut

 bis 13 kg (Gruppe 0,0+)

 Joolz iZI Go Modular, iZi Modular i-Size base, Isofix

durchgefallen

durchgefallen

 bis 13 kg (Gruppe 0,0+)

Bergsteiger Babyschale 2

 mangelhaft

mangelhaft

 bis 13 kg (Gruppe 0,0+)

Der Stokke iZi Go erhielt im ADAC Test in Punkto Sicherheit die Testnote „sehr gut“. Neben herausragenden Sicherheitsmerkmalen überzeugt der Sitz durch seine einfache und unkomplizierte Befestigung, einen 5-Punkt-Sicherheitsgurt sowie durch ein Gewicht von lediglich 4,2 kg. Angeboten wird er als komplettes Reisesystem, welches ohne zusätzlichen Adapter verwendet werden kann. Weitere Vorteile liegen in der sehr stabilen Autoschale, der einfachen Höhenverstellung der Kopfstütze und des Sicherheitsgurtes, sowie den Komfort unterstützenden magnetischen Schulterpolstern. Der Sitz kann in jedem Fahrzeug mit Hilfe des Isofix Systems oder dem gängigen 3-Punkt-Gurtsystem befestigt werden. Es besteht eine Zulassung der Norm ECE R44-04 welche einen optimalen Sicherheitsstandard gewährt und für größtmöglichen Frontal- und Seitenaufprallschutz sorgt.

Der Besafe iZi go wird in Fahrtrichtung rückwärts gerichtet und ist für Kinder zwischen 0-12 Jahre der Autokindersitz Gruppe bis 13 kg (Gruppe 0, 0+) bestens geeignet. Zur bestmöglichen Befestigung dient hier die iZi Modular i-Size Basisstation, welche mit der iZi go Modular Babyschale verwendet werden können. Ein besonderes Merkmal ist der magnetische Gurtassistent, der für größtmöglichen Komfort und Sicherheit, sowie eine Erleichterung beim Hineinsetzen des Kindes sorgt. Der Besafe iZi go ist ein komplettes Travell System. Dank der Adapter lassen sich weitere Kindersitzmodelle wie beispielsweise die des Herstellers Maxi-Cosi befestigen. Der Sonnenschutz in Form eines Sonnendachs schützt ihr Kleinkind mit Hilfe des Ventilationssystems vor schädlichen Sonnenstrahlen.

Der Joolz iZi go bekam im großen Kindersitz Test das Ergebnis „mangelhaft“ und steht im Verdacht krebserregende Schadstoffe im Sitzbezug zu haben. Gefunden wurde das giftige Flammschutzmittel TCCP. In punkto Aufprallschutz konnte der Kindersitz der Gruppe (0, 0+) bis 13 kg im Test noch punkten, den Sicherheitstest konnte er allerdings nicht bestehen und viel mit der Note „mangelhaft“ auch hier im ADAC Test 2017 durch.

Test Autositze 9 bis 18 kg, Gruppe I

 Modell im Test ab 2015

 ADAC Testurteil

 Sicherheit

 Gruppe

 Kiddy Phoenixfix 3

 gut

 gut

 9 bis 18 kg (Gruppe I)

 Britax Römer King II

 gut

 mangelhaft

 9 bis 18 kg (Gruppe I)

 Recaro Zero 1 Elite

 gut

 gut

 9 bis 18 kg (Gruppe I)

 Nuna Rebi

 durchgefallen

 durchgefallen

 9 bis 18 kg (Gruppe I)

Der Kiddy Phoenixfix 3 eignet sich bestens für Kinder ab 9 Monate bis 4 Jahre bei einem Gewicht von 9 – 18 kg. Stiftung Warentest und der ADAC bescheinigten dem Kindersitz der Gruppe 1 im Kindersitz Test ein gutes Testergebnis von 1,6. Die Resultate stammen aus dem Test von Oktober 2016. Die so wichtige Norm ECE-R44/04 mit seinen zahlreichen Sicherheitsstandards erfüllt der Kiddy Phoenix ohne Probleme. Für Autofahrer, die zuvor eine Babyschale nutzen ist dieser Kindersitz in unserem Vergleich die perfekte Wahl. Hervorzuheben ist die sehr gute Anpassungsfähigkeit an das Kleinkind. Kleinkinder können dank eines mitgelieferten Sitzkissens die optimale Sitzhöhe erreichen. Ein komplett neu entwickeltes Fangkörpersystem sorgt auch bei starkem Bremsen für optimale Sicherheit. Aufgrund der spezielle Form wird die Aufprallenergie bestmöglich absorbiert. Der Kopf und Nacken des Kindes bleiben geschützt und sicher.Durch die Verarbeitung des Honey Comb 2 Systems gewährleistet Kiddy zusätzlichen Schutz bei einem Seitenaufprall. Der Kiddy Shock Absorber verringert die beim Crash auf das 3-Punkt-Gurtsystem freigesetzte Energie. 2 K-fix Konnektoren verbinden den Kiddy Phoenixfix 3 einfach und leicht mit Ihrem Isofix System. Insbesondere der Seitenaufprallschutz konnte im ADAC Test hervorragende Resultate aufweisen.

Beim Recaro Zero 1 Elite Autositz 9 – 18 kg (Gruppe 1) handelt es sich um eine Weltneuheit. Die Babyschale lässt sich einfach und bequem herausnehmen und um 360° drehen. Der Sitz ist mit 2,9 kg extrem leicht und dank eines mitgelieferten Sitzverkleinerung auch für Neugeborene sehr gut geeignet. Damit sich der Sicherheitsgut nicht verdreht wurde das Hero Sicherheitssytem entwickelt. Weitere Merkmale:

  1. Kopfstützen inklusive Memory-Foam-Polsterung
  2. Anzeige zur Kontrolle für die optimale Kombination von Sitz und Trage
  3. Isofix Basis integriert
  4. Dreifacher Seitenaufprallschutz

Der Britax Römer King II ein Autokindersitz für Kids von 9 – 18 kg (Gruppe 1) überzeugte im Test-Gesamturteil, konnte in Sachen Sicherheit allerdings knapp kein „gut“ erreichen. Nichtsdestotrotz glänzt er mit einigen tollen Features wie dem Light System, welches automatisch überprüft, ob der Sitzgurt die richtige Spannung hat und ein sicheres Anschnallen gewährleistet ist. Auch das patentierte Gurt-Spannsystem und eine sich kippen lassende Sitzschale sorge für einen perfekten Einbau. Komfort garantieren die tiefen stark gepolsterten Seitenwangen. Spezial-Schulterpolster sorgen für einen sehr gut gepolsterten Schulterhals.

 

Test Kindersitze 1 bis 36 kg (Gruppe I,II,III) und Kindersitztest 15 bis 36 kg (Gruppe II,III)

 Modell im Test ab 2015

 ADAC Testurteil

 Sicherheit

 Gruppe

 Cybex Pallas M

 gut

 gut

 9 bis 36 kg (Gruppe I,II,III)

 Britax Römer Kid II

 gut

 gut

15 bis 36 kg (Gruppe II,III)

Maxi-Cosi Rodi XP

 gut

 gut

 15 bis 36 kg (Gruppe II,III)

Kiddy Guardianfix 3

 gut

 gut

9 bis 36 kg (Gruppe I,II,III)

Der Cybex Pallas M ist der absolute Preis-Leistungssieger unter den getesteten Kindersitzen. Mit einem Verkaufspreis von gerade einmal 180€ schlägt er seine Konkurrenten um Längen. Alle wichtigen europäischen Verbraucherorganisationen haben diesen Kindersitz mit guten bis sehr guten Ergebnissen ausgestattet. Der tiefenverstellbare Fangkörper entwickelt sich bei einem Frontalaufprall zu einer Art Airbag und schützt so die Halswirbel Ihres Kleinkindes vor möglichen Verletzungen. Eltern können den Kindersitz schnell und einfach zum Modell Solution M-fix machen. Schulter und Kopfprotektoren sowie speziell entwickelte Energie absorbierende Materialien machen diesen Kindersitz in unserem Vergleich zum Bestseller seiner Klasse. Für Sicherheit sorgt auch die patentierte neigungsverstellbare Kopfstütze. Des Weiteren verfügt der Cybex Pallas M über ein Belüftungssystem, welches für ein großartiges Körperklima des Kindes sorgt und eine Energie absorbierende Schale. Mitgeliefert werden auch ein Getränkehalter, ein Sonnenschutz, sowie zwei Isofix Einbauhilfen.

Der Britax Römer Kid II schützt Ihr Kind mit Hilfe von übergroßen Seitenwangen, die sowohl die Hüfte, die Schultern, als auch den Nacken und Kopf Ihres Kindes optimal sichern. Anders als andere Kindersitze ist die Rückenlehne hier V-förmig. Kinder sollen so bestmöglich mit dem Sitz mitwachsen. Der Sitzbezug ist abnehmbar und lässt sich einfach reinigen. Er ist garantiert frei von krebserregenden Schadstoffen wie dem Flammschutzmittel TCC. Eltern können den Sitzbezug einfach in der Waschmaschine waschen. Da nicht jeder Kindersitz in jedes Auto passt bietet Britax auf seiner Homepage die Möglichkeit nach Modell, Marke und Fahrzeugtyp zu suchen, um sicher zu gehen, dass der Britax Römer Kid II perfekt in Ihr Auto passt.

Kindersitze Komfort

Grundsätzlich achten alle Hersteller, wie Römer, Cybex, Kiddy, Maxi-Cosi, Recaro, Concord, Chicco, Peg, Osann, Storchenmühle uvm auf die Belange der Kinder. Natürlich müssen Kindersitze auch auf längeren Reisen für einen gewissen Wohlfühlfaktor des Kindes sorgen. Dabei gilt, dass sowohl bei Isofix Sitzen, Babyschalen und Sitzerhöhungen die Kids sich stets über mehrere Stunden wohlfühlen müssen. Natürlich spielt hier auch das Alter plus das Gewicht der Kinder eine Rolle. Genau wie im Kinderwagen, müssen sich Babys und Kids auch im Sitzen in einem Autositz wohl fühlen. Schwierig wird es, wenn Kinder erst wenige Monate alt sind. In diesem Fall sollten Sie darauf achten in jedem Fall genügend Pausen einzuhalten und von Zeit zu Zeit nach Ihrem Baby zu schauen. Natürlich müssen Gurte immer festgezogen werden. Druckstellen sind jedoch zu vermeiden. Insbesondere bei nicht klimatisierten Wagen sollte stets die Innenraumtemperatur berücksichtigt werden, damit es nicht zu Überhitzungen kommt.

Besteht eine Autositzpflicht in Deutschland?

In Deutschland ist gesetzlich geregelt, dass jedes Kind bis zum Alter von 12 Jahren respektive bis zu einer Größe von 1,5 m in einem Kindersitz transportiert werden muss.